Nachgefragt: Erleichtert die KV-App den Notdienst?
Riesige Erleichterung
Wir nutzen seit April 2025 die App im KV-ärztlichen Fahrdienst, seit Oktober 2025 auch für die telefonischen Beratungsdienste. Für uns Ärzte ist die App eine erhebliche Erleichterung in allen Belangen des KV-Dienstes. Sie stellt uns alle aktuellen Einsätze mit der entsprechenden Dringlichkeit zur Verfügung.
Wir können diese vor, während und nach der Behandlung bearbeiten, Daten hinterlegen, Befunde und Anamnesen einpflegen und Fotos zur Dokumentation hinterlegen und den Einsatz am Ende mit Diagnosen und Ziffern abbilden.
Die Nutzung ist wirklich sehr bedienungsfreundlich. Am Ende des Quartals ist die Zurverfügungstellung aller Daten an die KV sehr einfach mit einem Klick möglich. Für uns Ärzte im Alltag ist das im Vergleich zur Zettelwirtschaft davor wirklich eine riesige Erleichterung.
Aufwand ist gleichgeblieben
Wird die Arbeit im Notdienst durch die App erleichtert? Ich kann das gar nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten. Wenn man versucht, während der Fahrt im schaukelnden Wagen die App zu bedienen, ist das schon manchmal beschwerlich. Es gibt standardisierte Arbeitsschritte, bei denen viele Informationen abgefragt werden.
Vor Ort beim Patienten war es früher deutlich einfacher: Man druckte einen Aufkleber aus und klebte ihn auf den Behandlungszettel. Daran schlossen sich aber noch weitere Prozesse an: Die Scheine mussten später sortiert und verschickt werden. Diese nachgelagerte Arbeit entfällt jetzt. Und man kann davon ausgehen, dass die über die App erstellten Daten bei der KV verlässlich ankommen und dokumentiert werden. Das gibt zusätzliche Sicherheit.
Die App hat die Arbeit verändert – unter dem Strich ist der Aufwand meines Erachtens etwa gleichgeblieben.
Stabil und zuverlässig
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten läuft die App inzwischen stabil und zuverlässig und erleichtert die Datenübertragung an die KV (zur Ermittlung des Honoraranspruchs) ohne die Verwendung eines eigenen PVS erheblich.
Viele Anregungen der Nutzer konnten nachträglich umgesetzt werden, was die App weiter verbessert hat.
Vorteile überwiegen
Ich arbeite in der Notfallpraxis am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift. Zu Dienstbeginn melde ich mich per QR-Code an, worauf sich auf meinem Tablet die Benutzeroberfläche der App öffnet.
Dort kann ich Anamnese, Befunde und Therapieempfehlungen erfassen und dabei auf Textbausteine für häufige Konstellationen zurückgreifen. Anschließend drucke ich den Behandlungsbeleg für die Patientin oder den Patienten aus. Das ist alles sehr gut durchdacht. Zum Quartalsende kann ich meine Daten mit der App an die KV übermitteln.
Ich arbeite auch in der Kinder-Notfallpraxis am Krankenhaus Heidberg. Dort nutzen wir noch Papierformulare mit Durchschlägen und Stempeln. Das ist im Vergleich zum Arbeiten mit der App deutlich aufwendiger.
Ich bin froh, am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift die App nutzen zu können. Manches empfinde ich noch immer als gewöhnungsbedürftig, doch es überwiegen ganz klar die Vorteile.