Schrille Debatten
Editorial
Die Diskussionen um Mittelkürzungen in der ambulanten Versorgung haben schon jetzt einen verheerenden Effekt. Ärztinnen und Ärzte, die erwägen, sich niederzulassen, sagen mir unisono: „Dieses Hin und Her schreckt mich ab. In einem solch unwägbaren Umfeld möchte ich keine Praxis übernehmen oder gründen.“
Und die bereits niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind in Sorge, weil sie feststellen, dass sich die Forderungen zunehmend von jeder Logik und Rationalität ablösen: Weniger Honorar für mehr Termine? Ist das ernst gemeint? Wie soll das gehen?
Es wird schrill und dissonant über eine Abschaffung der TSVG-Regeln diskutiert, über eine Rücknahme der Budgetierung für haus- und kinderärztliche Leistungen, über eine Abwertung der Psychotherapie. Und was macht die Bundesgesundheitsministerin? Sie schweigt.
Ihr scheint nicht bewusst zu sein, dass die finanziellen Risiken einer Tätigkeit in der vertragsärztlichen Versorgung einigermaßen kalkulierbar sollten. Dass Klarheit darüber herrschen muss, womit die Niedergelassenen in den kommenden Jahren zu rechnen haben.
Aufgabe von Nina Warken wäre es jetzt, die Kakophonie zu beenden, Ruhe in die Diskussion zu bringen und für verlässliche Rahmenbedingungen in der ambulanten Medizin zu sorgen.
John Afful,
Vorsitzender der KV Hamburg
Kontakt KVH-Journal
Wir freuen uns über Reaktionen auf unsere Artikel, über Themenvorschläge und Meinungsäußerungen.
Tel: 040 / 22802 -655
E-Mail: redaktion@kvhh.de