ePA: KV Hamburg fordert Verlängerung der Testphase
Editorial

Der Zeitplan für die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) war von Anfang an unrealistisch. Das Bundesgesundheitsministerium hatte vor, die ePA nach einer lediglich vierwöchigen Testphase ab dem 15. Februar 2025 bundesweit auszurollen. Nun sehen wir, dass die Testungen noch gar nicht vollständig ins Laufen gekommen sind. Zudem muss die Anzahl der Testteilnehmer auf Seiten der Ärztinnen und Ärzte, der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, der Krankenhäuser, Apotheken und Software-Systemhersteller ausgeweitet werden, und die Testszenarien müssen auf funktionierende Abläufe in der Praxis erweitert werden.
Derzeit sprechen Bundesgesundheitsministerium und gematik von einem möglichen Rollout im April. Doch es ist nicht davon auszugehen, dass bis dahin annähernd umfassende Testungen durchgeführt und ermittelte Fehler, Schwächen und Sicherheitsdefizite abgestellt sein werden.
Die KV Hamburg fordert deshalb, dass sich Bundesgesundheitsministerium und gematik an die Zusicherung halten, die ePA erst dann bundesweit auszurollen, wenn die Erfahrungen in den Modellregionen das zulassen und die Sicherheitsmaßnahmen vollständig umgesetzt sind.
Die Testphase ist zwingend zu verlängern, und die Sanktionen müssen für die gesamte Testphase ausgesetzt bleiben. Schwächen, Fehler und Sicherheitsdefizite sind vollständig zu beheben, bevor die ePA flächendeckend zum Einsatz kommt. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass wichtige Zeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten durch dysfunktionale Technik verloren geht. Ein zu früher Zwang wird die Akzeptanz in den Praxen und in der Bevölkerung massiv gefährden.
Caroline Roos,
stellvertretende Vorsitzende der KV Hamburg
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