Schnellere Termine beim Facharzt
Editorial
Immer wieder fordern Kassenvertreter und Politiker, dass die Patienten schneller fachärztliche Termine erhalten sollten. Zuletzt brachte Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) eine verbindliche Frist von vier Wochen ins Spiel.
Gleichzeitig wird darüber diskutiert, ob nicht auch noch die verbliebenen TSVG-Konstellationen abgeschafft werden sollten – was nichts anderes bedeuten würde als eine massive Kürzung der Finanzmittel für die ambulante Versorgung. Bei diesen Diskussionen schwingt immer der Vorwurf mit, die fachärztlichen Praxen würden zu wenig arbeiten und die falschen Patienten versorgen.
Das ist Unsinn. Schon heute werden Patientinnen und Patienten von den hausärztlichen Praxen in die fachärztliche Versorgung gesteuert. Hier erreichen uns keine Beschwerden, dass es nicht möglich ist, Facharzttermine für die Patientinnen und Patienten zu bekommen. Patienten, deren Anliegen nicht so dringend ist, warten länger – und können das auch problemlos tun.
Und man muss sagen: Die fachärztlichen Praxen arbeiten bereits heute am Rande ihrer Leistungsgrenzen. Wo sollen die Kapazitäten herkommen, um zusätzliche Termine anzubieten? Es ist ganz einfach: Kassen und Politik müssten dafür die Mittel bereitstellen. Und sie müssten dies verlässlich tun. Die ewigen Diskussionen um Finanzkürzungen in der ambulanten Versorgung sind nicht dazu angetan, Ärztinnen und Ärzte dazu zu bewegen, ihre Praxis-Strukturen auszubauen.
Wer mehr und schnellere Facharzt-Termine will, muss für ausreichende Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen sorgen.
Caroline Roos,
stellvertretende Vorsitzende der KV Hamburg
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