2/2025 2/2025

Gesundheitspolitische Unsicherheiten

Editorial

Es ist erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit das Thema „ambulante Versorgung“ in diesem Wahlkampf erhält. Zwar gibt es viele hochgesteckte Forderungen und Erwartungen: wohnortnahe Versorgung, schnelle Arzttermine, mehr Leistung für weniger Geld. Doch in den Wahlprogrammen fehlt es an klaren und durchdachten gesundheitspolitischen Strategien.

Kein Wunder, dass sich immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte aufgrund dieser Unsicherheiten für eine Anstellung statt eine eigene Praxis entscheiden. Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt ein ungelöstes Problem. Bei der Entbudgetierung der hausärztlichen Leistungen scheint es ein Einsehen zu geben. Wir erwarten diesmal auch tatsächlich eine Umsetzung.

Auf kommunaler Ebene könnten die Parteien stärker um die besten gesundheitspolitischen Ideen konkurrieren. Zum Beispiel könnten bei der Konzipierung neuer Stadtteile auch Räume für Arztpraxen eingeplant werden, um Ärztinnen und Ärzte mit günstigen Mieten in die Nachbarschaft zu ziehen. Viele Wählerinnen und Wähler würden solche Initiativen unterstützen – denn es käme ihnen in ihrem Lebensumfeld ganz unmittelbar zugute.

John Afful,
Vorsitzender der KV Hamburg

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