11/2026 11/2026

Senat fördert weiterhin lokale Gesundheitszentren

Evaluation zeigt hohe Zufriedenheit der Nutzenden

Die Hamburger Sozialbehörde hat bekannt gegeben, dass sie die Förderung der sechs Lokalen Gesundheitszentren (LGZ) in Hamburg bis Ende 2030 mit einer jährlichen Fördersumme von 200.000 Euro pro Standort verstetigt.
Seit 2020 fördert die Sozialbehörde in sechs sozio-ökonomisch benachteiligten Stadtteilen lokale Gesundheitszentren. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit zwischen mindestens einer hausärztlichen Praxis, einer Community Health Nurse sowie Angeboten der sozialen und psychosozialen Beratung. Es bestehen Kooperationen mit Pflegediensten und weiteren gesundheitlichen und sozialen Angeboten wie Suchtberatung, psychotherapeutischer Versorgung und Migrationsarbeit.

Mit der Verstetigung der Förderung bis Ende 2030 sollen diese als feste Bausteine einer patientenorientierten und multiprofessionellen Primärversorgung weiterentwickelt werden.

Die Idee der lokalen Gesundheitszentren geht auf einem Konzept des Bosch Health Campus der Robert Bosch Stiftung zurück. Als Kooperationspartner der Sozialbehörde beauftragte und finanzierte der Bosch Health Campus eine Evaluation der lokalen Gesundheitszentren.

Als Stärken hebt die Evaluation die niedrigschwellige Beratung, die Lotsenfunktion und die hohe Zufriedenheit der Nutzenden hervor. 96,8 Prozent der Befragten fühlten sich mit ihrem Anliegen verstanden, 98 Prozent würden das LGZ weiterempfehlen. Die Zusammenarbeit mit den kooperierenden Hausarztpraxen wird als entlastend wahrgenommen, Ratsuchende können gezielter weitergeleitet und Versorgungsschnittstellen besser koordiniert werden.

Die Evaluation zeigt zudem, dass gesundheitliche Probleme häufig eng mit sozialen Lebenslagen verbunden sind. Von 10.791 dokumentierten Beratungsanliegen lagen 59,6 Prozent außerhalb klassischer medizinischer Themen des SGB V und umfassten unter anderem soziale und finanzielle Sicherung, Pflege, Wohnen sowie Übersetzung und Navigation. Damit bestätigt die Evaluation die Bedeutung einer ganzheitlichen Beratung über die Grenzen einzelner Sozialleistungssysteme hinweg.

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